| Schmetterlingsrausch |
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Sayn liegt bei Bendorf am rechten Ufer des Mittelrheins, am Fuß des Westerwalds. Burg Sayn ist Stammsitz der Familie Sayn-Wittgenstein, eines rheinischen Adelsgeschlechts. Im fürstlichen Schlosspark von Sayn befindet sich ein Garten der Schmetterlinge. Dem Besucher wird die Gelegenheit geboten, sich unter hunderten von Schmetterlingen aus drei Kontinenten (Afrika, Asien und Amerika) zu bewegen und so das versteckte Leben dieser Schmuckstücke der Natur zu entdecken. Der Schmetterling ist heute für die Wissenschaftler ein Schlüsselindikator für den kritischen Zustand der Artenvielfalt. Zur Bestandsaufnahme der Schmetterlinge in Deutschland wurde 2005 unter der Schirmherrschaft von Gabriela Fürstin zu Sayn- Wittgenstein die Aktion "Abenteuer Schmetterling" ins Leben gerufen. Marcela Quijano, Lehrerin für Grafik-Design, und Gerlinde Blaese, Leiterin des Schmetterlingsgartens und Initiatorin der Fassadenmalerei, kennen sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Kolumbien. Durch diesen Kontakt ergab sich für die damalige erste Klasse des Berufskollegs für Grafik-Design die Möglichkeit der Gestaltung und praktischen Umsetzung eines Entwurfs für die Bemalung einer vierzig Meter langen und zweieinhalb Meter hohen Wand. Bereits im Sommer 2009 begannen die Vorbereitungen und Entwürfe für die Schmetterlingsmalaktion im Oktober:
"Alles fing an mit Studien von Pflanzen. Im Fach ‚Freies Zeichnen' gingen wir in die Natur, um verschiedene Pflanzen zu beobachten und zu zeichnen. Wir vergrößerten die Pflanzen mit dem Kopierer, um Silhouetten zu erhalten. Nach den Pflanzenstudien kamen die Schmetterlinge dran. Wir durchstöberten Bücher und das Internet und fertigten Zeichnungen und Kopien an, die uns später als Vorlagen für unsere Schablonen dienten." Die erste Entwurfsphase und Ideenfindung zeigte sich als langwierig und schwierig, da im Gegensatz zu einem malerischen Ansatz eine graphische Lösung, angedacht war und die Schmetterlinge im Kontext zur Pflanzenwelt stehen sollten. Außerdem mussten die Entwürfe der einzelnen Gruppen, welche sich inhaltlich, formal und farblich sehr stark voneinander unterschieden, in einen einheitlichen Gesamtzusammenhang gebracht werden. "Alle fertigen Entwürfe wurden aufgehängt. Die Klasse musste sich auf einen Vorschlag einigen, was schwer war, da die Meinungen deutlich auseinandergingen. Alle waren auch schon leicht genervt, weil es ein einziges Hin und Her war. Ewig wurde diskutiert: Was ist gut, was ist schlecht? Welche Farben sollen wir nehmen? Sollen die Pflanzen grün, bunt, grau oder schwarz werden? Am Ende entschieden wir uns dafür, die Schmetterlinge ganz bunt und im Kontrast dazu die Pflanzen als schwarze Silhouetten zu malen." Nach einer längeren Phase der Auseinandersetzung mit den technischen Umsetzungsmöglichkeiten (Vergrößern, Projektion, Schablonenschneiden…) konnten wir mit Hilfe der Kollegen aus der Malerabteilung (Vielen herzlichen Dank Herr Gassebner!) kurz vor den Sommerferien eine "Probewand" an der FSS im Eingangsbereich Nordost, Ebene 0 bemalen, um unseren Entwurf auszuprobieren. "Mit dem Ergebnis war aber wirklich keiner zufrieden. Es sah aus wie von Kindergartenkindern gemalt, so gut wie jeder schämte sich für diese Leistung und die Lust auf Sayn verschwand immer mehr, weil alle von einer riesigen Blamage ausgingen." Trotzdem machte sich fast die ganze Klasse 2 des Berufskollegs für Grafik- Design am Anfang dieses Schuljahres auf den Weg nach Sayn, um das Projekt in die Praxis umzusetzen. "Am 29. September um acht Uhr geht es los. Der Bus holt uns an der Bushaltestelle ab, wo wir ein paar Leitern, Bänke und unser Gepäck einladen, dann fahren wir auf die Autobahn Richtung Koblenz. Um ca. 15:00 Uhr kommen wir am ‚Pilgerheim' an, das für die nächsten zwei Tage unser Zuhause sein wird. Nach unserer Ankunft werden wir von Frau Blaese begrüßt und dürfen den Schmetterlingsgarten besuchen, in dem überall wunderschöne Schmetterlinge umherfliegen, auch Wachteln, Schildkröten und ein Leguan sind zu bestaunen. Dann geht es weiter mit dem Bus zu ‚unserer Wand', die wir gleich noch für die nächsten Tage vorbereiten wollen. Unsere Jungs bauen ein Absperrungsgitter auf, da die Mauer sich an einer sehr stark befahrenen Straße befindet und dann wuseln fast 30 Menschen rum und versuchen, ein Raster auf die Wand zu übertragen. Hier kommt es zu ersten Streitereien, da das Raster nicht mit unseren Entwürfen übereinstimmt, alle sind müde und gereizt, und es wird allmählich schon dunkel. Deshalb brechen wir die Aktion ab und stürmen in einem chinesischen Restaurant ein köstliches Buffet, was die Stimmung sehr verbessert." Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht fing am nächsten Tag die malerische Umsetzung des Entwurfs aus der Schule statt: "Das Wetter glorreich: Himmel grau, Nieselwolken… Nach Kämpfen um die Kommunenduschen und dem ersten köstlichen Frühstück am ‚Ort der Sünder' folgt unser hastiger Aufbruch. Busfahrer Heiko chauffiert uns zu ‚unserer Mauer', wo der Arbeitstag beginnt. Angefangene Vorzeichnungen prangen an der sonst noch kahlen Wand. Auftragserteilung durch die Lehrerinnen, raus aus dem Bus – ready to rumble. Vorzeichnungen werden zunächst abgeschlossen, bevor die ersten Gruppen anfangen, ihre Gräser und Halme einzuschwärzen. Pinsel, Eimer und Farben sind ruckizucki am Maler. Im Laufe des Vormittags wird's bunt, die Schmetterlinge werden gemalt, und der Schriftzug entsteht. Passanten loben und staunen, Autos hupen. Es wird gemischt, gemalt, Pinsel werden brüderlich getauscht. Die Hausbesitzer organisieren ein geheimes Kuchenpäuschen, und man pinselt, pinselt, pinselt. Nach einer kurzen Mittagspause malen wir weiter bis gegen 18:00 Uhr. Die Pflanzen und auch ein paar Schmetterlinge sind schon fertig, als wir abends im edlen Ambiente des ‚Hotel Rheinblick' zu einem Abschiedsbankett geladen sind." Der letzte Tag war sehr anstrengend und angespannt, da wir nun unter Zeitdruck standen, die Wand musste bis zum Mittag fertig sein, und es waren noch einige Korrekturen anzubringen, da wir eine qualitativ ansprechende Arbeit hinterlassen wollten. Trotzdem gelang uns ein äußerst zufrieden stellendes Ergebnis, das, nachdem der Bauzaun entfernt war, fotografiert und von der örtlichen Presse begutachtet wurde. Auch die Schirmherrin des ‚Gartens der Schmetterlinge', Fürstin zu Sayn-Wittgenstein kam, um unser Projekt zu bewundern. Sie zeigte ihre Begeisterung. Zufrieden, aber abgekämpft kam die 2. Klasse des Berufskollegs für Grafik-Design spätabends in Ulm an. Es wird seither diskutiert, ob man nicht die "Schulschmetterlinge" bei Gelegenheit noch einmal malerisch überarbeiten sollte ... von: Mona, Katja, Weronika, Lena, Diana (Schülerinnen der Klasse 3BKGD2) Barbara Möritz, Marcela Quijano |



Sayn liegt bei Bendorf am rechten Ufer des Mittelrheins, am Fuß des Westerwalds. Burg Sayn ist Stammsitz der Familie Sayn-Wittgenstein, eines rheinischen Adelsgeschlechts. Im fürstlichen Schlosspark von Sayn befindet sich ein Garten der Schmetterlinge. Dem Besucher wird die Gelegenheit geboten, sich unter hunderten von Schmetterlingen aus drei Kontinenten (Afrika, Asien und Amerika) zu bewegen und so das versteckte Leben dieser Schmuckstücke der Natur zu entdecken. Der Schmetterling ist heute für die Wissenschaftler ein Schlüsselindikator für den kritischen Zustand der Artenvielfalt. Zur Bestandsaufnahme der Schmetterlinge in Deutschland wurde 2005 unter der Schirmherrschaft von Gabriela Fürstin zu Sayn- Wittgenstein die Aktion "Abenteuer Schmetterling" ins Leben gerufen. Marcela Quijano, Lehrerin für Grafik-Design, und Gerlinde Blaese, Leiterin des Schmetterlingsgartens und Initiatorin der Fassadenmalerei, kennen sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Kolumbien. Durch diesen Kontakt ergab sich für die damalige erste Klasse des Berufskollegs für Grafik-Design die Möglichkeit der Gestaltung und praktischen Umsetzung eines Entwurfs für die Bemalung einer vierzig Meter langen und zweieinhalb Meter hohen Wand. Bereits im Sommer 2009 begannen die Vorbereitungen und Entwürfe für die Schmetterlingsmalaktion im Oktober: